ASK Wetzlar

Mit langem Atem und einer guten Strategie zum Erfolg: Die Implementation des VHTs im Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Wetzlar

„Implementation ist wie ein Stein, den man ins Wasser wirft: Er zieht Kreise!“

Als sie 2002 mit der VHT-Ausbildung begann, war sie Mitarbeiterin im Ambulanten Dienst des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes in Wetzlar, heute ist sie dort Einrichtungsleiterin für den stationären Bereich und kann auf eine erfolgreiche Implementationsgeschichte zurück-schauen, deren Motor die eigene Begeisterung und das Engagement für das VHT war: Bettina Ohl, Video-Home-Trainerin seit 2005, präsentierte bereits während ihrer Ausbildung die Methode in allen Bereichen ihrer Einrichtung und führte dort VHT/VIB – Prozesse durch.

Ihre mitreißende Arbeit hatte zur Folge, dass die Leitung beschloss, weitere MitarbeiterInnen ausbilden zu lassen, um eine breitere Basis für das VHT zu schaffen.

Dadurch wurde das VHT auf allen Ebenen möglich: Neben der Arbeit mit Familien auch die Begleitung der MitarbeiterInnen in den Teams, VHT mit Jugendlichen, VHT als Ergänzung zu Besprechungsformen sowie als Einstieg für neue TeamleiterInnen und Führungskräfte. Auch extern konnte das VHT angeboten werden, in Kitas mit VHT und VIB und in Schulen.

Der nächste „Kreis“ war die Ausbildung eines VHT-Ausbilders für die Einrichtung, der als Koordinator der Familienorientierten Hilfen vor allem mit Supervision und Intervision die Qualitätssicherung übernahm. Er war und ist darüber hinaus auch Anlaufstelle für alle VHT-Anfragen.

Ein weiteres Thema war die Verankerung der Methode als Teil des Alltagshandelns in den Gruppen. Hierzu wurden pädagogische MitarbeiterIinnen als VHT-Guides ausgebildet, die direkt in ihren Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten und damit Kontinuität vor Ort herstellen konnten.

Die Anbindung an SPIN war der nächste Schritt: Eingebettet in das Netzwerk, von anderen profitieren, anderen etwas geben: Dieser Austausch war ein weiterer Baustein zur VHT-Identität in der Einrichtung. Das ASK Hessen wurde Mitglied bei SPIN Baden-Württemberg.

Als vorläufig letzte Entwicklung wird das VHT und die Ausbildung über das Fortbildungswerk des ASKs - „Connect“, - an externe Fachkräfte und Einrichtungen weitergegeben, inklusive des erworbenen Know-Hows.

„Das alles ging aber nur, weil die Leitung sich entschloss, diesen integrativen Ansatz zu verfolgen und wirklich hinter dieser Methode stand“ sagt Bettina Ohl.
„Das VHT muss zum pädagogischen Konzept passen, transparent und glaubwürdig gelebt werden. Ohne die zugehörige Haltung kann es nicht gelingen, das erfordert viel Überzeugungsarbeit. Bei uns ist das auch eine Aufgabe der Führungskräfte“

Ihr Tipp: Immer wieder darüber reden, im Kontakt bleiben, Ängste ernst nehmen, es aber immer wieder tun und dran bleiben!

Ein strukturelles Konzept und eine gut vorbereitete Strategie sind allerdings auch vonnöten: Im ASK Wetzlar wurden z.B. alle Schaltstellen mit VHT- affinen MitarbeiterInnen besetzt, denn „die Entscheider müssen es wollen und müssen auch einmal selbst vor die Kamera“, davon ist Bettina Ohl überzeugt.
Es musste auch nicht unbeträchtlich investiert werden, denn die Gruppen und Mitarbeiter*innen brauchen gutes technisches Equipment, um sicher mit der Methode arbeiten zu können.

Und die Jugendämter? Bettina lacht: „Sie haben 5 Jahre gebraucht, bis sie es akzeptiert und wirklich verstanden haben, was wir da machen. Aber jetzt läuft es gut!“

 

Gefragt, was sie Einrichtungen raten würde, wenn sie sich für das VHT entscheiden, sagt sie: „Kontakt aufnehmen mit anderen, die diesen Prozess erfolgreich durchführen, Strategien kennenlernen und dann den eigenen Weg finden!“

Kontakt:b.ohl@ask-wetzlar.de

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